Bericht über den ersten Vormittag


Verfasser: Petra Mauer und Veronika Kreuzer

Unser dreitägiges Projekt begann mit einem Kennenlernspiel. Dabei lernten die Mädchen und die sechs Betreuer ziemlich schnell die neuen Namen kennen.

Nun starteten wir zwei mit dem von uns vorbereiteten Thema:

„Mathematische Verhältnisse in der Natur“

Wir legten eine Kinder- und eine Barbiepuppe in die Mitte unseres Stuhlkreises und fragten die Mädchen, welche Unterschiede ihnen auffallen. Schnell wurde allen klar, dass nicht alle Proportionen bei jedem Menschen gleich sind. Z.B. unterscheiden sich normalerweise Verhältnisse wie: Haarlänge/Armlänge, Gewicht/Körpergröße.... Der Begriff Proportion war allen bekannt. Unser Ziel war es jetzt, eine Proportion zu finden, die bei jedem Menschen gleich ist. Durch Herumprobieren mit Meterstäben brachten wir die Mädchen auf das konstante Verhältnis von Körpergröße zu Nabelhöhe. Wir maßen uns gegenseitig und schrieben die Daten (Körpergrößen und Nabelhöhen) in eine Tabelle. Anschließend erklärten wir ihnen, was ein Koordinatensystem ist, wobei das die meisten schon wussten. Wir zwei trugen unsere Daten in ein Koordinatensystem (x-Achse: Nabelhöhe, y-Achse: Körpergröße) ein, und die Mädchen folgten unserem Beispiel. Nach genauem Hinsehen erkannte die Gruppe sehr rasch, dass alle Punkte annähernd auf einer Ursprungsgeraden lagen, und somit konnte die von uns vorbereitete Tabelle mit Daten von Holger, Lukas, Marcus und Stephan (jeweils nur eine Zahl war eingetragen) leicht vervollständigt werden. Daraufhin erläuterten wir mathematische Begriffe wie direkte Proportionalität, Graph und Proportionalitätskonstante. Letzteren vertieften wir, indem jede mit dem Taschenrechner seine Körpergröße durch seine Nabelhöhe dividierte. So kamen wir auf das besondere Verhältnis: „Goldener Schnitt“(1,618033989). In Gruppen sollten die Mädchen dann an verschiedenen Bildern (Seestern, Bauwerke) Verhältnisse im goldenen Schnitt suchen, was auch sehr gut funktionierte. An diesen Beispielen wurde veranschaulicht, dass der goldene Schnitt in vielen Bereichen (z.B. Natur, Architektur) eine wichtige Rolle spielt.

Unser nächster Punkt war die Kaninchenfortpflanzung nach Fibonacci. Nach einer kurzen historischen Einführung stellten wir die Mädchen vor folgendes Problem:

„Man geht von einem Kaninchenpaar aus. Dies benötigt einen Monat, um erwachsen zu werden und es dauert einen weiteren Monat, bis die beiden ein Kaninchenpaar gebären. Ferner wird vorausgesetzt, dass alle Kaninchen unsterblich sind und jedes Paar zwei Monate nach der Geburt und auch in jedem darauffolgenden Monat wieder genau ein Paar zur Welt bringt. Wie viele Kaninchenpaare gibt es nach 9 Monaten?“

Als Hilfestellung hatten wir Kaninchenkarten vorbereitet, die auf ein Plakat geklebt werden konnten. Zum Arbeiten teilten wir zwei Gruppen ein und verteilten außerdem Schmierpapier. Anfangs hatten einige Mädchen Probleme, aber mit gegenseitiger Unterstützung kamen vor der Mittagspause noch alle auf die gesuchte Lösung:

Monat junge Paare alte Paare Paare insgesamt
1. 1 0 1
2. 0 1 1
3. 1 1 2
4. 1 2 3
5. 2 3 5
6. 3 5 8
7. 5 8 13
8. 8 13 21
9. 13 21 34

Betrachtet man nun in der Fibonacci-Folge (rechte Spalte) den Quotienten zweier aufeinanderfolgender Zahlen, so sieht man, dass sich das Ergebnis für größer werdende Zahlen immer mehr dem goldenen Verhältnis annähert. Diese Erkenntnis ging leider in der Mittagessen-Aufbruch-Stimmung etwas unter.

Als Ergebnis möchten wir festhalten, dass die Gruppe wohl bei dem Kaninchenproblem am meisten Spaß hatte. Wir hatten den Eindruck, dass die Mädchen meist interessiert mitarbeiteten. Für uns war es in den eher theoretischen Teilen etwas schwierig alle gleichzeitig zu begeistern, da die mathematischen Vorkenntnisse sehr unterschiedlich waren.

Auch wir haben an diesem Vormittag einige Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln können und hatten selbst viel Spaß!


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